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GETREIDE: Weniger als erwartet

(BZ Nr. 30 vom 29. Juli 2010) – Die Ernte in Österreich schritt in der Vorwoche wieder zügig voran.

Bis auf das Hauptanbaugebiet des Roggens im Waldviertel mit späterer Reife wurden praktisch alle Getreidearten gedroschen. Die Landwirte hatten es auch eilig, weil für voriges Wochenende neuerlich Unwetter vorhergesagt waren.
Gerste bestätigt den Trend zu geringen Erträgen und schwachen Hektolitergewichten beziehungsweise schwacher Siebung der Braugerste. Vorigen Mittwoch notierten an der Wiener Produktenbörse erste Gerstenverkäufe ex Ernte mit 103,50 Euro pro Tonne. Der gegenüber in Deutschland kolportierten deutlich höheren Preisen eher schwache Kurs in Wien wurde damit erklärt, dass diese Ware nur durchgehandelt worden sei und noch keinen repräsentativen Marktpreis darstellte. Auch sei kein Importdruck zu verspüren. Raps zog neuerlich an.
Weizen, Durum und Roggen wurden noch nicht gehandelt, man wartete ab, „wie weit die Reise noch geht“, zumal Mitte der Vorwoche die Pariser Terminkurse wieder zur Rallye ansetzten. Als entscheidender Faktor wird gesehen, wie es mit der Hitze und Dürre in Russland weitergeht.
Ernteprognose revidiert
Die Landwirtschaftskammer revidierte nun ihre Ernteprognose nach unten, und zwar von 5,1 Mio. Tonne Getreide und Mais Ende Juni auf nunmehr knapp 4,7 Mio. Tonne, was einem Minus von fast vier Prozent gegenüber 2009 entsprechen würde.
Man freut sich aber zumindest, dass trotz der schwächeren Erträge wieder ein erklecklicher Anteil der für den Export wichtigen Aufmischqualitäten mit bis zu 16 Prozent Protein eingebracht werden kann. Landwirte berichten von Anboten für Premiumweizenaufkäufe um 160 Euro pro Tonne (netto).
Erste Analysen der Weizenernte – noch mit geringen Probenzahlen – sprechen von durchschnittlich 13,3 Prozent Protein, 82,6 kg Hektolitergewicht und einer Fallzahl von 341 (sec.).

Christian Posekany, AIZ

29.07.2010, Österr. Bauernzeitung