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Richtige Aufforstung
Foto: Kronreif

Richtige Aufforstung für stabile Bestände

Die Wurzel verankert den Baum nach unten und seitlich bis mehr als 100 Jahre. Deshalb sollte man bei der Aufforstung Sorgfalt walten lassen und richtige Pflanzverfahren wählen.

                                                          Dipl.-Ing. Philipp Fersterer  

Die in vergangenen Jahrzehnten häufig durchgeführte Winkelpflanzung hat sich als Nachteil für die Bestandesstabilität herausgestellt. Die Pflanzleistung ist zwar enorm, es kommt allerdings sehr oft zu Wurzeldeformationen. Die so gesetzten Waldbestände wurzeln eher oberflächlich und sind gefährdet durch Schnee- und Windwurf. Wichtig ist, dass man sich bei der Neubegründung eines Waldes Zeit nimmt, um die Forstpflanzen mittels Lochpflanzung gut in den Boden zu bringen. Wie dies dennoch rationell durchgeführt werden kann, wurde vor kurzem in einem Aufforstungskurs vermittelt. Sepp Wolf von der Waldarbeitsschule Laubau erläuterte in anschaulicher Weise verschiedene Pflanzverfahren. Bei allen Methoden werden Pflanzlöcher ausgehoben. Bei den Teilnehmern waren das Buchenbühler und das Rhodener Verfahren am beliebtesten.   

 
Unterschiedliche Verfahren     

 
Die Verfahren unterscheiden sich nur in der Ausführung der Haue und der möglichen Ausdehnung der Wurzeln der zu setzenden Pflanzen. Die Haue hat ein Blatt mit einer Länge von etwa 30 cm und einen speziellen Winkel zwischen Stiel und Blatt. Die Haue wird mit aufrechter Körperhaltung in den Boden geschlagen und anschließend ausgehebelt. Durch mehrfaches Einschlagen der Haue dieser Art wird das Pflanzloch je nach Größe und Tiefe der zu setzenden Wurzelballen gegraben. Beim letzten Hieb bleibt die Haue im Boden und der Stiel wird nach kurzem Aushebeln wieder nach unten gedrückt. So bleibt das Pflanzloch offen. Die Wurzeln werden nun sorgfältig in das Pflanzloch gegeben. Wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass sie in deren natürliche Wuchsrichtung weisen. Anschließend wird das Pflanzloch mit dem lockeren Aushubmaterial wieder gefüllt. Ein leichter Zug auf die Pflanzen bewirkt, dass sich die Wurzeln nachträglich durch das Andrücken des Erdreiches nicht mehr umbiegen und nach unten weisen. Nach dem Verfüllen des Pflanzloches erfolgt der sogenannte Schließstich. Dabei wird die Haue etwa 10 cm hinter der Pflanze vorsichtig wieder in das Pflanzloch gesteckt und durch leichte Hebelbewegung das Erdreich im Wurzelbereich verdichtet. Die Pflanze wird währenddessen nach wie vor leicht „herausgezogen“. Zum Abschluss wir das lockere Erdreich um die neu gesetzte Pflanze durch Eintreten nochmals angedrückt. Je nach Bodenart können mit dieser Methode 40 bis 60 Pflanzen je Stunde gesetzt werden. Wichtig bei Aufforstungen ist, auf die Ausrichtung der Hauptwurzeln zu achten. Diese geben dem Baum Halt für bis zu über 100 Jahre.   

29.03.2010, Bauernjournal West