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Foto: LK Salzburg

Dickungspflege: Ein Aufwand, der sich in Zukunft lohnt

Nicht durchgeführte Waldpflegemaßnahmen verbessern den finanziellen Betriebserfolg nur kurzfristig. Waldpflegemaßnahmen stellen die Weichen für die Zusammensetzung und die Qualität des Endbestandes. Sie sind ein Aufwand für den Waldbauer mit Weitblick.       Dipl.-Ing. Philipp Fersterer

Neben den ersten Waldpflegemaßnahmen wie Aufforstung, Verbissschutz, Kultur- und Jungwuchspflege, die dem Aufkommen der Forstpflanzen dienen, sind besonders Dickungspflege und Durchforstung besonders wichtig. In der Dickungspflege kann der zukünftige Waldbestand noch stark geprägt werden. In gewisser Weise können diese Maßnahmen auch als Maßnahmen zum Forstschutz gesehen werden. Zum einen beeinflussen sie die Bestandesstabilität zum anderen sind gepflegte Waldbestände als Einstand für das Wild weniger geeignet. Die Dickung ist jenes Wuchsstadium des Waldes, ab dem sich die Kronen schließen. Die Phase dauert bis dass die ersten Äste am Stamm absterben. Die Maßnahmen der Dickungspflege beginnen ab einer Höhe von zwei bis sieben Metern. Die niedrigere Höhe gilt für nadelholzdominierte Bestände.  

„Protzer“ entfernen

Laubholzbestände sollen nach Möglichkeit gleichmäßig aufwachsen. Deshalb beschränkt man sich bei der Dickungspflege auf das Entfernen sogenannter Protzer. Dies sind jene Bäume, welche im Vergleich zu ihren Nachbarn durch starke Astbildung auffallen. Die Äste der Protzer wachsen bereits relativ weit unten in flachen Winkeln aus dem Stamm und sind stärker als die Äste benachbarter Bäume. Protzer sind aufgrund der größeren Krone oft höher als die qualitativ gut wachsenden Bäume, brauchen allerdings mehr Standraum und produzieren in Zukunft nur mindere Holzqualitäten.  

Rückegassen anlegen

Bei der Dickungspflege in Nadelholzbeständen macht man sich bereits Gedanken über die Anlage von Rückegassen. Diese sind dem Gelände anzupassen und sollen im schrägen Winkel in die Abfuhrrichtung der Forststraße münden. Die Rückegassen haben eine Mindestbreite von drei Metern und sind im geneigten Gelände entsprechend zu verbreitern. Zu geringe Ausgangsbreiten bei der Anlage der Rückegassen verursachen eine oft überbreite Rückegasse im Endbestand, da im Zuge von Durchforstungen die angrenzenden Bäume der Rückegasse stark geschädigt werden und zu entfernen sind. Im Zuge der Pflegemaßnahme sind die Rückegassen frei zu schneiden.  

Pflege in schematischer oder selektiver Form
  • Die schematische Dickungspflege eignet sich besonders für einförmige Bestände. Bei ihr werden je nach Pflanzabstand und Baumhöhe jede zweite oder dritte Baumreihe entfernt. In Beständen, welche aus Naturverjüngung entstanden sind, sind alle drei bis fünf Meter etwa zwei Meter breite Streifen zu schneiden.
  • Die selektive Dickungspflege eignet sich besonders in Mischbeständen. Hier werden vor allem geschädigte, schlecht geformte und unerwünschte Bäume entfernt. Dabei ist allerdings auch ein Augenmerk auf die Baumartenverteilung zu richten. Erfahrungen zeigten, dass sich vor allem zur Erzielung guter Qualitäten bei Laubhölzern eine gruppenweise Mischung am besten eignet. Vor allem bei Einzel- oder Reihenmischungen können Bäume mit geringerer Wuchsleistung leichter überwachsen und unterdrückt werden.  

09.02.2010, Bauernjournal West