HOLZ: Silberstreif am Horizont
(BZ Nr. 21 vom 21. Mai 2009) – Wirtschaftsforschungsinstitute sehen erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft. Bei manchen Holzsortimenten zieht die Nachfrage wieder leicht an.
Sowohl Konsumentenvertrauen als auch Unternehmenserwartungen haben sich – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau – leicht gebessert. Allerdings ist in Österreich nun auch die Bauwirtschaft zunehmend von der Krise betroffen. Im ersten Quartal 2009 wurden die Wohnbauinvestitionen als auch der Wirtschafts- und Tiefbau eingeschränkt. Für das zweite Quartal wird noch keine Belebung erwartet.Importe verhindern
Der Schnittholzabsatz der österreichischen Sägeindustrie hat sich auf niedrigem Niveau gefestigt. Die Produktion von Schnittholz beginnt sich nach dem deutlichen Einbruch im ersten Quartal langsam zu normalisieren. Daher steigt auch die Nachfrage nach Nadelsägerundholz. Die Rundholzpreise haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, für kurzfristige Bereitstellung sind geringe Mehrerlöse möglich.
Das Rundholz fließt allgemein zügig ab; die Wasserlager der Österreichischen Bundesforste aus dem Vorjahr wurden bereits geleert.
Konkrete Nachfrage nach Frischholz, die auch den wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Forstwirtschaft entspricht, sollte nach Möglichkeit bedient werden, auch deshalb, um Importe zu vermeiden.
Auch wenn die Papier- und Plattenindustrie für heuer einen deutlich reduzierten Bedarf an Nadelindustrieholz bekundet, zieht die Nachfrage langsam wieder an. Vor allem die Verknappung bei Sägerestholz durch den stark gedrosselten Einschnitt im ersten Quartal und die gut laufenden Energiemärkte haben zur Entspannung beim Industrierundholz geführt.
Energieholz ist gefragt
Wegen des Aufbaus der Lager für die kommende Heizsaison und des laufenden Bedarfs der Großabnehmer ist eine anhaltende Nachfrage nach allen Energieholzsortimenten zu verzeichnen. Teilweise fließt noch Faserholz aller Holzarten in diesen Bereich ab.
Wegen der anhaltend warmen Witterung ist vor allem in Windwurfgebieten verstärktes Augenmerk auf frischen Stehendbefall durch Borkenkäfer zu legen. Die Bestände sind verstärkt und regelmäßig zu kontrollieren, befallenes Holz ist eiligst aufzuarbeiten und umgehend aus dem Wald abzutransportieren, um Folgeschäden zu vermeiden.
Landwirtschaftskammer Österreich
21.05.2009, Österr. Bauernzeitung


