HOLZ: Der Abschwung schlägt durch
(BZ Nr. 9 vom 26. Februar 2009) – Der weltweite Konjunkturabschwung verschärft sich und zeigt bereits deutliche Auswirkungen auf den Holzmarkt.
In Österreich und Europa verläuft der Abschwung der Bauwirtschaft zwar flacher als jener der exportorientierten Industrie, die Aussichten für die nächsten Monate sind aber auch hier stark getrübt. Besonders der Industrie- und Geschäftsbau sind unmittelbar negativ betroffen.Aufgrund des weltweit markanten Nachfragerückgangs sind die Preise für Industrie¬rohstoffe, darunter auch für Konkurrenzprodukte von Holz, deutlich gesunken.
Kurzarbeit und Sperren in Sägewerken
In Österreich versuchen Sägewerke durch verschiedene Maßnahmen wie Kurzarbeit und vorübergehende Betriebsstillstände ein Gleichgewicht auf dem Schnittholzmarkt herzustellen.
Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist insgesamt verhalten und nach wie vor von Unsicherheit geprägt, was sich auch in Vertragsabschlüssen mit nur kurzer Bindung widerspiegelt. Die Rundholzpreise sind nach der Kappung von Preisspitzen derzeit stabil.
Eine Belebung des Massenmarktes für Laubsägerundholz ist für die laufende Einschlagsaison nicht mehr zu erwarten. Alle drei Wertholzsubmissionen der Waldverbände haben vor dem Hintergrund der schlechten Konjunktur gute Ergebnisse gebracht. Die Eiche, die mengenmäßig den Hauptanteil stellte, konnte die Vorjahrespreise jedoch nicht mehr erreichen.
Wegen massiver Absatzprobleme bei Papier und Zellstoff sowie Produkten der Plattenindustrie wurde die Produktion in den vergangenen Wochen weiter gedrosselt.
Der Markt für Faserholz ist gesättigt, Sägerestholz drängt daher verstärkt auf den Energieholzmarkt. Die Abnahme von Buchenfaserholz erfolgt kontinuierlich zu stabilen Preisen. Der Absatz von Schleifholz ist stark reduziert, der Preis ist österreichweit auf nahezu einheitlichem Niveau.
Auch der Absatz von Plattenholz gestaltet sich schwierig, teilweise werden im ersten Quartal nur mehr sehr geringe Mengen übernommen.
Absatz und Preis nur bei Energieholz steigend
Nur Energieholz ist derzeit problemlos abzusetzen und entlastet den Industrieholzmarkt. Die Preise tendieren leicht nach oben.
Konkreter Nachfrage nach Frischholz, die den wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Forstwirtschaft entspricht, sollte nachgekommen werden, schon deshalb, um Importen entgegenzusteuern. Bei Verkäufen ist höchstes Augenmerk auf Zahlungssicherheit und usancenkonforme Rundholzübernahme zu legen. Allfälliges Schadholz ist vordringlich zu vermarkten.
Landwirtschaftskammer Österreich
26.02.2009, Österr. Bauernzeitung


