HOLZ: Keine Verbesserung der Schnittholzmärkte
(BZ Nr. 30 vom 24. Juli 2008) – Der Holzmarkt steht insgesamt noch immer unter Druck. Nur teilweise ist eine leichte Entspannung spürbar.
Die Schnittholzmärkte in Europa und Übersee haben sich nicht verbessert. Die Sägeindustrie fährt mit gedrosselter Produktion, um die Märkte zu entlasten und hat für den Hochsommer längere Betriebsstillstände als üblich angekündigt.Die Aufarbeitung und Vermarktung des Windwurfholzes außerhalb der Schadenszentren in der Steiermark und Kärnten ist so gut wie abgeschlossen. In diesen Regionen ist teilweise eine leicht steigende Nachfrage nach Nadel-Sägerundholz festzustellen.
Preistalsohle scheint überwunden
Die Talsohle der Preisentwicklung für Nadelsägerundholz scheint überwunden. Bei vereinzelten Preisverbesserungen sind die Preise im Allgemeinen auf niedrigem Niveau stabil. Daher beschränken sich die Holzernteaktivitäten fast ausschließlich auf Kalamitätsholz.
Der abrupte Preisverfall nach den Windwürfen hat zudem dazu geführt, dass Schlagbegradigungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden.
Einzelne Windwürfe durch Gewitterstürme haben allenfalls lokale Bedeutung. Die phytosanitären Fällungen wegen Käferbefalls sind bisher in geringerem Ausmaß erforderlich gewesen als befürchtet.
Der Nadelfaserholzmarkt ist gesättigt, die Lager sind übervoll, die Produktion kann derzeit nicht empfohlen werden.
Schleifholz im Herbst wieder gefragt
Schleifholz wird im Herbst wieder gefragt sein. Die Preise sind derzeit stabil. Bei Rotbuchenfaserholz ist das Angebot kalamitätsbedingt höher als die Nachfrage, die Lieferung ist zu stabilen Bedingungen bei bestehenden Verträgen möglich.
Die Aufarbeitung von Kalamitätsholz und phytosanitäre Nutzungen haben weiterhin höchste Priorität. Auf vertragskonforme Werksübernahme und Zahlungssicherheit ist besonderes Augenmerk zu legen.
Die Anlagen zur Wärme- und Energieproduktion sind gut mit Energieholz versorgt, Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlagen mit größerem laufenden Bedarf werden problemlos versorgt. Eine Belebung der Nachfrage ist erst wieder mit Beginn der Heizsaison zu erwarten.
Auf Käfer kontrollieren
Auch wenn die bisher relativ nasse und kühle Witterung die Entwicklung der Borkenkäfer nicht begünstigt hat, müssen die Bestände konsequent auf frischen Borkenkäferbefall kontrolliert werden. Lagerndes Holz wie auch frisch vom Borkenkäfer befallenes Holz muss raschest aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden.
Landwirtschaftskammer Österreich
24.07.2008, Österr. Bauernzeitung


