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Junger Salat auf einem Feld
Foto: BMLFUW/Kern / BMLF...

Pflanzliche und tierische Produktion

Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Fleisch, Milch, Butter und Honig werden von Österreichs Bäuerinnen und Bauern erzeugt. Die Produktion im eigenen Land steht für qualitativ hochwertige saisonale Lebensmittel und kürzere Transportwege und somit für Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Bei den einzelnen Lebensmitteln werden hohe Selbstversorgungsgrade erreicht. Die Produktion gliedert sich in die pflanzliche und die tierische Produktion.
 
Die pflanzliche Produktion
Umweltgerechte Landbewirtschaftung
Nach welchen Leitlinien erfolgt die pflanzliche Produktion in Österreich? Ein Großteil der österreichischen Bäuerinnen und Bauern arbeitet nach dem Prinzip der nachhaltigen Bewirtschaftung im “Einklang mit der Natur“. Die Förderung von umweltgerechten und extensiven Wirtschaftsformen auf Basis der ökosozialen Agrarpolitik hat in Österreich als ganzheitliches Konzept Tradition.
 
Das zeigt die Beteiligung von drei Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe mit landwirtschaftlich genutzter Fläche am Agrarumweltprogramm. Im Jahr 2006 nahmen 126.600 Betriebe daran teil. Die im Umweltprogramm erfassten Flächen ohne Almflächen betragen rund 2,22 Mio. Hektar, das sind 87,6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Österreichs. So wird eine weitgehend flächendeckende Ökologisierung der heimischen Landwirtschaft ermöglicht.
 
Die wichtigsten Ziele des österreichischen Agrarumweltprogramms sind die Beibehaltung bzw. Umsetzung einer umweltgerechten Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt sowie die Erhaltung des natürlichen Lebensraumes und die positiven Auswirkungen auf das Grundwasser. Die Agrarlandschaft in Österreich bringt durch eine vielfältige Fruchtfolge eine Belebung der Kulturlandschaft und gewährleistet auch im Ackerland eine artenreiche Fauna und Flora. 
 
Im Jahr 2006 gab es in Österreich 20.162 Biobetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von rund 361.000 ha, das sind rund 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (ohne Almen). Das bedeutet, dass mahr als 10 Prozent aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs Biobetriebe sind. Damit liegt Österreich im Spitzenfeld der EU-Länder. 
 
Biologische Vielfalt sichern
Österreich gehört zu den Unterzeichnern des „Übereinkommens über die biologische Vielfalt“ (Convention on Biological Diversity). Neben der Biotopdiversität (Pflanzengesellschaften, Gewässerbiotope usw.) werden insbesondere die Artendiversität und die subspezifische (genetische) Diversität (Sorten, Rassen usw.) durch die Land- und Forstwirtschaft entscheidend beeinflusst. Um einen genetischen Verlust von landwirtschaftlichem Zucht- und Sortenmaterial zu verhindern, wird genetisches Material der landwirtschaftlichen Kulturarten Österreichs in einem flächendeckenden Netz von öffentlichen Genbanken ex situ erhalten. Besondere Bedeutung kommt auch den Wald-Gen-Banken zu.
 
Daneben ist für die Wahrung der biologischen Vielfalt die Erhaltung in situ, also am natürlichen Standort, bedeutend. Neben natürlich vorkommenden Wildpflanzen trifft dies insbesondere für regionale und lokale Sorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen zu. Diese zeichnen sich häufig als „Spezialitäten“ (z.B. Dinkelweizensorten) und durch ihren kulturellen Wert (z. B. landschaftsprägende Streuobstbestände) aus.
 
Getreideanbau - Österreichs Kornkammern
Schwerpunkt der heimischen Pflanzenproduktion ist der Getreidebau. Die Getreideanbaufläche umfasste 2006 rund 777.000 Hektar. Zentrum der Qualitätsproduktion von Getreide ist das Marchfeld, die im Osten gelegene Kornkammer Österreichs. Die inländische Getreideproduktion betrug 2006 rund 4,4 Mio. Tonnen, davon 1,7 Mio. Tonnen Körnermais, 1,3 Mio. Tonnen Weichweizen und 0,9 Mio. Tonnen Gerste. Seit Jahrzehnten wird in Ostösterreich in klimatisch bestens geeigneten Regionen Hartweizen (Durum) angebaut.
 
Gesunde Böden mit Ölfrüchten und Eiweißpflanzen (Körnerleguminosen)
Der Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen erlebte ab Mitte der neunziger Jahre einen Aufschwung, was eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bei pflanzlichen Ölen und eine Verbesserung der inländischen Futtermittelbasis brachte. Die Gesamtfläche der in Österreich angebauten Ölfrüchte (Winter- und Sommerraps, Sonnenblumen, Sojabohnen, Ölkürbis, Mohn und sonstige Ölfrüchte wie Öllein, Öldistel, Sesam, u. a.) betrug 2006 insgesamt rund 130.000 Hektar.
 
Die Anbaufläche von Körnerleguminosen (Körnererbsen, Pferde(Acker)bohnen und anderen Hülsenfrüchte wie Linsen etc.) betrug 2006 ca. 41.000 Hektar. Der Anbau von sonstigen Feldfrüchten und Spezialkulturen wie Mohn, Ölkürbis, Öllein, Hopfen, sowie Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen ist in Österreich auf lange regionale Traditionen zurückzuführen und ermöglicht vielen Bauern ein wichtiges Zusatzeinkommen.
 
Hackfrüchte – Erdäpfel und Zuckerrüben
Die Erdäpfelanbaufläche in Österreich umfasste 2006 rund 22.000 Hektar. Von dieser Fläche wurden rund 655.000 Tonnen geerntet. Die Kartoffelerzeugung deckt den heimischen Bedarf an Speise-, Industrie-, Saat- und Futterkartoffeln mit 96 Prozent. Die Zuckerrübenanbaufläche erbrachte im Jahr 2006 mit rund 39.000 Hektar einen Ernteertrag von rund 2,5 Mio. Tonnen Rüben. Insgesamt wurden 2006 in Österreich rund 489.000 Tonnen Weißzucker erzeugt.
 
Trend zur Ökologie bei Obst und Gemüse
Der Gemüse-, Obst- und Gartenbau wird vor allem in den klimatisch begünstigten östlichen und südlichen Bundesländern betrieben, wobei der Anteil biologisch wirtschaftender Betriebe weiter zunimmt.
 
Produziert werden Zwiebel, Karotten, Salate, Kraut, Paradeiser, Gurken, Chinakohl, Sellerie, Spinat, Rote Rüben, Paprika, Speisekürbis, Zuckermais, Karfiol, Zucchini, Spargel und andere Gemüsesorten. Frisches, hochwertiges Gemüse aus ökologischem Anbau ist insbesondere auch eine Basis für Haltbarprodukte und Tiefkühlkost, die europaweit an Bedeutung gewinnen.
 
Der Gemüsebau, mit einer Anbaufläche im Feldanbau betrug 2006 ca. 11.200 Hektar. In Nähe von Ballungsgebieten, vor allem in der Nähe von Wien wird die Gemüseproduktion von Gartenbaubetrieben ergänzt. Ein erheblicher Prozentsatz der Gesamtgemüsefläche wird bereits nach strengen ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet.
 
Im Jahr 2006 gab es in Österreich 10.100 Hektar Obstanbaufläche. Es wurden rund 835.000 Tonnen Obst im Intensiv- und Extensivobstbau geerntet. Äpfel, Zwetschken, Pfirsiche, Marillen, Birnen und Ananaserdbeeren haben eine größere Bedeutung.
 
Wein aus Österreich – hohe Qualität
Der Weinbau hat in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und in Wien eine bis in die Römerzeit zurückgehende Tradition. Die Erntemenge 2006 bei einer Weinerntefläche von etwa 44.000 Hektar Weingärten (in Ertrag) lag bei 2,2 Mio. Hektolitern.
 
Das Rebflächenverhältnis Weißwein zu Rotwein beträgt 2006 ca. 60:40. Bei den Weißweinen, auf die derzeit etwa 60 Prozent der Weinernte entfallen, hat die Sorte Grüner Veltliner die größte Bedeutung, gefolgt von der Sorte Welschriesling. Bei den Rotweinen führt die Sorte Zweigelt vor Blaufränkisch und Blauer Portugieser.  
 
Zahlreiche internationale Auszeichnungen zeugen von der hohen Qualität der gekelterten Weine. Wichtige Voraussetzungen dafür sind neben der langen Erfahrung im Weinbau auch die strengen Qualitätskriterien des österreichischen Weingesetzes.
 
Betreffend den Export ist die gebietstypische Charakteristik von Qualitätsweinen von zentraler Bedeutung. Denn erst ein entsprechendes Herkunftsprofil macht den Wein auf dem internationalen Markt unverwechselbar. Österreich ergänzt daher im Qualitätsweinkonzept mit dem DAC Modell und setzt zusätzlich auf die Bedeutung und die Aussagekraft der Herkunft eines Weines. DAC steht für „Districtus Austriae Controllatus“. Es handelt sich bei dieser Kennzeichnung um geprüfte regionaltypische Qualitätsweine wie der Weinviertel DAC.
 
Die tierische Produktion
Rinderhaltung und Milchproduktion
Da von der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs (mit Almen und Bergmäder) rund 54 Prozent (2005) Dauergrünland sind, stellen Rinderhaltung und Milchproduktion den wichtigsten Produktionszweig der Landwirtschaft dar. Insgesamt wurden 2006 von rund 80.200 Rinderbetrieben rund 2 Mio. Rinder, davon rund 800.000 Kühe, gehalten.
 
Vor allem für die Bergbauern ist die Milch- und Viehproduktion die Haupteinnahmequelle. Die Rindfleischproduktion deckt 140 Prozent des inländischen Bedarfs. Die klein strukturierte Viehhaltung - im Schnitt werden pro Betrieb nur 25 Rinder gehalten - sowie der hohe Grünlandanteil und die Almhaltung garantieren eine qualitativ hoch stehende Rinderproduktion.
 
Rigorose Bestimmungen zum Schutz der Tiere sind ein weiteres Merkmal der Tierproduktion in Österreich. Sie verpflichten zur art- und bedürfnisgerechten Tierhaltung.
 
Ein wichtiges Qualitätskriterium heißt „Klasse statt Masse“: Die natürlichen Produktionsbedingungen, die überschaubaren Produktionsstrukturen und die bäuerliche Besitzstruktur sind dafür ausschlaggebend, dass in Österreich die tierische Veredelungswirtschaft, die extensiv betrieben wird, eine sehr bedeutende Rolle spielt.
 
Langlebige Zweinutzungsrinder als Zuchtziel
In Österreich werden vorwiegend Rinder mit kombinierter Nutzungsrichtung - Milch und Fleisch - gezüchtet. Die Rinderzucht ist in Tierzuchtgesetzen geregelt und wird von den Zuchtverbänden organisiert. Neben der Verbesserung der Milch- und Fleischleistung sowie der Fleischqualität wird in den Zuchtprogrammen auch auf Merkmale wie Fruchtbarkeit und Langlebigkeit geachtet.
 
Die natürlichen Produktionsbedingungen - Österreich hat mit seiner vorbildlichen Regelung für die Tierproduktion Pionierarbeit in der biologischen Landwirtschaft innerhalb der EU geleistet - gewährleisten ein hohes Image der heimischen Milch- und Fleischproduktion.
 
Derzeit gibt es rund 2150 Fleischrinderzuchtbetriebe mit  rund 18.500 Herdebuchkühen. Etwa ein Drittel aller rinderhaltenden Betriebe sind in den 19 regionalen Rinderzuchtverbänden angeschlossen. Dem Fleckvieh kommt eine dominierende Stellung zu.
 
Milch – Qualität auf hohem Niveau
Österreich zählt heute zu den innovativsten Milch- und Käsenationen weltweit. Die Rohmilchqualität befindet sich auf sehr hohem Niveau. Die Qualitätsphilosophie und der Innovationsgeist der Milch- und Käseproduzenten haben zu einer starken Position am Heimmarkt geführt.
 
Rund 45.900 landwirtschaftliche Milchbetriebe mit einem rechnerischen Durchschnittsbestand von 11,5 Kühen pro Betrieb halten in Summe 527.400 Milchkühe.
 
An die österreichische Molkereiwirtschaft wurden im Jahr 2006 85 Prozent der gesamten Milchproduktion, das sind rund 2,7 Mio. Tonnen Kuhmilch angeliefert. Die restliche Kuhmilchmenge wurde auf den Milchbetrieben direkt vermarktet, selbst konsumiert oder verfüttert. Die Rohmilchqualität befindet sich in Österreich auf einem sehr hohen Niveau.
 
Schweine - Qualität durch extensive Haltung
Im Flach- und Hügelland Ostösterreichs steht die Schweinehaltung auf Basis von Maisfütterung im Vordergrund.
 
Im Jahr 2006 hielten rund 45.000 bäuerliche Betriebe rund 3,1 Millionen Tiere und decken damit die Selbstversorgung Österreichs zu 100 Prozent. Der Schwerpunkt der Schweinehaltung liegt nach wie vor in Nieder- und Oberösterreich sowie der Steiermark. Die heimische Schweinezucht deckt den Großteil des Bedarfs an Zuchttieren. Im Mittelpunkt stehen Fleischmenge, Fleischqualität und Widerstandskraft der Tiere. Dies wird auch von den Konsumenten honoriert: Auch bei Schweinefleisch steht geprüfte heimische Qualität im Vordergrund.
 
Geflügel - Trend zu Boden- und Freilandhaltung
Die Geflügelwirtschaft ist ein Betriebszweig, der eine hohe Spezialisierung aufweist. Im Jahr 2003 wurden in rund 70.700 Betrieben etwa 12,35 Mio. Tiere gehalten. Im Jahr 2005 wurden rund 114.000 Tonnen Geflügelfleisch und 1,48 Mrd. Eier mit steigendem Trend zur Boden- und Freilandhaltung produziert. Der Selbstversorgungsgrad bei Hühnerfleisch liegt bei 84 Prozent und beträgt bei Eiern 74 Prozent. Im Tierschutzgesetz 2004 wurde ein Verbot der Haltung von Legehennen in nicht ausgestalteten Käfigen ab 2009 festgelegt.
 
Schafe - Aufwärtstrend hält an
Die Schafhaltung gewann in Österreich in den letzten Jahren durch extensive Bewirtschaftung von Grünland zunehmend an Bedeutung. Der Bestand hat seit Mitte der Siebzigerjahre kontinuierlich zugenommen und umfasst im Jahr 2006 rund 312.000 Tiere, die Anzahl der Schafhalter beträgt rund 14.850. Der Großteil des in Österreich produzierten Lammfleisches wird im Rahmen der Direktvermarktung abgesetzt.
 
In Westösterreich, dem traditionellen Bergschafzuchtgebiet ist die dominierende Haltungsform die alpine Schafhaltung. Hier findet man auch Ziegenhaltung. Über 9.100 Ziegenhalter halten derzeit einen Bestand von 53.000 Stück.
 
Pferde - auf Traditionen aufbauen
Das zunehmende Interesse am Pferdesport hat den Rückgang der Pferdehaltung in Österreich in den letzten Jahren gestoppt. Im Jahr 2006 wurden rund 87.000 Pferde gezählt. Neben den Hauptrassen Haflinger, Noriker, Österreichisches Warmblut und dem weltberühmten Lipizzaner, werden über 40 Pferderassen von anerkannten Pferdezuchtverbänden betreut. Seit kurzem werden Zugpferde wieder für die Holzbringung in steilem Gelände speziell geschult, diese sanfte Betriebstechnik schont den Waldboden.

22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit