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Die pflanzliche Produktion - Im Einklang mit der Natur

Die überwiegende Zahl der österreichischen Bauern hat erkannt, dass ein Arbeiten im Einklang mit der Natur eine hervorragende Basis für den eigenen Betrieb, für die Region und die gesamte Bevölkerung ist. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass es in Österreich die meisten Betriebe mit biologischer Wirtschaftweise innerhalb der EU gibt.

Die Förderung von umweltgerechten und extensiven Wirtschaftsformen auf Basis der ökosozialen Agrarpolitik hat in unserem Land als ganzheitliches Konzept bereits Tradition. In Österreich wurde im Rahmen der VO (EWG)-2078/92 ein umfassendes Umweltprogramm verwirklicht, das eine flächendeckende Ökologisierung der heimischen Landwirtschaft ermöglicht.

Die wichtigsten Ziele des Umweltprogramms sind die Beibehaltung bzw. Umsetzung einer umweltgerechten Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt sowie die Erhaltung des natürlichen Lebensraumes und die positiven Auswirkungen auf das Grundwasser.

Die Agrarlandschaft in Österreich bringt durch eine vielfältige Fruchtfolge eine Belebung der Kulturlandschaft  und gewährleistet auch im Ackerland eine artenreiche Fauna und Flora. So stellen die Anlage von Ökowertflächen sowie  das Feuchtwiesenprogramm einen aktiven Naturschutz der Landwirtschaft dar und bereichern das Landschaftsbild.

Zunehmendes Umweltbewußtsein und geänderte agrarpolitische Rahmenbedingungen verstärken in Österreich in der pflanzlichen Produktion generell den Trend, chemische Pflanzenschutzmittel in noch geringerem Umfang als bisher einzusetzen und integrierten Bekämpfungsverfahren erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Der Einsatz von mineralischen  Düngemitteln ist seit längerem rückläufig und schrumpfte seit Mitte der siebziger Jahre auf weniger als die Hälfte.

Die sogenannte Integrierte Produktion stellt eine Erweiterung des Integrierten Pflanzenschutzes dar und nimmt mit zusätzlichen acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen noch mehr auf Umweltbelange Rücksicht.

Erhaltung der Biodiversität

Österreich gehört auch zu den Unterzeichnern des "Übereinkommens über die biologische Vielfalt" (Convention on Biological Diversity) und hat sich damit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung ihrer Bestandteile bekannt. Neben der Biotopdiversität (Pflanzengesellschaften, Gewässerbiotope usw.) werden insbesondere die Artendiversität und die subspezifische  (genetische) Diversität (Sorten, Rassen usw.) durch die Land- und Forstwirtschaft entscheidend beinflusst.
Um einen genetischen Verlust von landwirtschaftlichem Zucht- und Sortenmaterial zu verhindern, wird genetisches Material der landwirtschaftlichen Kulturarten Österreichs in einem flächendeckenden Netz von öffentlichen Genbanken ex-situ erhalten. Besondere Bedeutung kommt auch den Wald-Gen-Banken zu. Daneben ist für die Wahrung der biologischen Vielfalt die Erhaltung in-situ, also am natürlichen Standort, bedeutend. Neben natürlich vorkommenden Wildpflanzen trifft dies insbesondere für regionale und lokale Sorten landwirtschaftlicher Kulturpflanzen zu. Diese zeichen sich häufig als "Spezialitäten" (z.B. Dinkelweizensorten) und durch ihren kulturellen Wert    (z. B. landschaftsprägende Streuobstbestände) aus.

Die Erhaltung der genetischen Vielfalt ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft.

29.11.2004, Lebensministerium III/9